Wir waren gerade einen Monat in Lettland, und haben da fleißig im Garten meiner Eltern gearbeitet. Nach einigen Tagen beschlossen wir dann spontan einen Kurztrip nach Litauen zu unternehmen. Kurzerhand ein Hotel bei Booking.com gebucht und los ging´s. Morgens um 8:00 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht und konnten während der Fahrt einen herrlichen Sonnenaufgang verfolgen. Unser erstes Ziel sollte ein ganz besonderes sein.

Berg der Kreuze in Siauliai

Habt ihr schon von diesem Ort gehört? Wir haben leider nicht viel von der Stadt gesehen, aber vielleicht könnt ihr uns in den Kommentaren schreiben was wir verpasst haben. Viele Reise-Busse machen hier nur einen kurzen Stop und fahren dann weiter in Richtung Riga. Daniel hatte ein Bild im Internet gesehen und sagte jedes Jahr das er es einmal live sehen möchte. Und so standen wir nun also selbst vor diesem Berg aus Kreuzen.

Uns hat bisher immer die Zeit gefehlt einmal an diesen Ort zu kommen, da wir sonst nur zu Weihnachten in Lettland waren, und es dann immer viel Schnee gab. Mit dem Beginn unserer Auszeit hatten wir plötzlich einen Monat Zeit uns alles in aller Ruhe anschauen zu können. Wir merkten wieder wie gut diese Entscheidung war diesen Weg zu gehen. Man sollte seine Wünsche nicht nach hinten verschieben sondern lieber einen Weg suchen diese zu realisieren. Denn wer weiß ob wir später noch einmal die Chance dazu haben werden.

Dieser Ort ist magisch, unheimlich und faszinierend zugleich. Jedes der Kreuze hat eine Bedeutung, es ist kein Friedhof wie man vielleicht denken könnte. Tote liegen hier also nicht begraben. Es sind meist Gebetskreuze die für einen anderen Menschen aufgestellt sind. Einige haben Namen eingraviert oder Fotos angebracht – andere sind vom nahe gelegenen Luftwaffenstützpunkt aufgestellt worden um dem Ort etwas zurückzugeben und um sich zu verewigen.

Auch kann man für ein paar Euro kleine Kreuze kaufen und diese hinhängen oder aufstellen. Wie viele Kreuze hier stehen weiß keiner so genau – und selbst wenn man sie zählen würde, wäre die Zahl morgen eine andere. Zur Entstehung des Hügels gibt es verschiedene Geschichten, eine davon besagt folgendes:

[ozy_alert style=”yellow”] Auf einem kleinen Hügel wurden aus Protest gegen die sowjetische Besatzung Kreuze jeder Art aufgestellt. Mehrere Male wurden sie durch die Besatzungsmacht mit Bulldozern platt gewalzt. Nutzte aber nichts. Die Litauer stellten danach einfach noch mehr auf. [/ozy_alert]

Zweiter Stop Kurische Nehrung und Nida

Wenn ihr schon einmal in Litauen seid, dann solltet ihr unbedingt Zeit für diese Halbinsel einplanen. Glaubt mir, die wunderschöne Natur wird euch bezaubern. Die Fahrt mit dem Auto von Siauliai nach Kleipeda dauert ungefähr 2 bis 2,5 Stunden. Ganz wichtig nehmt die Autobahn und nicht die sandigen Neben-Straßen. Die Fahrt geht nicht nur schneller, ihr schont auch euren Wagen und eure Nerven – es sei denn ihr steht auf Offroad-Touren, dann nehmt unbedingt diesen Weg.

Wir sind direkt zur Autofähre im Hafen gefahren, die euch alle 15 Minuten auf die andere Seite bringt. Der Preis hin und zurück übers Wasser kostete uns 23 Euro (wie waren zu viert) – man zahlt also pro Person und Fahrzeug. Drüben angekommen dauert die Fahrt bis in den kleinen Ort Nida – nahe der russischen Grenze – ungefähr 1,5 Stunden. Auf der Karte sah diese Insel noch so niedlich und klein aus, aber ist man erst einmal dort, kommt einem die Fahrt endlos lang vor. Man hat so aber genug Zeit um die Natur zu bewundern.

Nida ist ein typischer Ort für die Sommer Urlaubs-Tage und wir könnten uns dort auch mal einen Zelt-Urlaub vorstellen. Nida ist auch bekannt für seinen Ausblick auf die weiten Dünen, die man zu Fuß durchlaufen kann. Wir waren im September vor Ort und hatten Glück mit dem Wetter – aber ich könnte mir gut vorstellen das es hier im Sommer noch viel schöner ist. An einem Aussichtspunkt kann man in der Ferne bereits die Grenze zu Russland sehen. Dort befindet sich der Teil Russlands in dem Kaliningrad liegt. Über die Grenze kommt man nur mit einem Visum, für uns war also an dieser Stelle Schluss.

Auf der Rückfahrt zur Fähre haben wir noch einen Stopp am Strand eingelegt. Daniel und ich sind zum Meer gelaufen und waren ganz alleine, kein Mensch weit und breit, das war ein tolles Gefühl einfach mal das Meeres-Rauschen für sich zu haben und zu genießen. Uns hat es so gut gefallen, dass wir irgendwann noch einmal zurück kommen werden um einen längeren Urlaub zu machen.

Die Hafenstadt Kleipeda

Kaum von der Fähre runter wollten wir noch Kleipeda besichtigen – wenn wir schon mal hier sind. Wir waren damit aber recht zügig durch, da diese Stadt gar nicht so groß ist wie man vielleicht denkt. Es sieht aus wie eine kleine Version einer deutschen Ostsee-Stadt – ist stark auf Tages-Ausflügler ausgerichtet und da viele hier die Fähren nach Deutschland nutzen, trifft man auch auf entsprechend viele deutsche Touristen.

Übernachtung in Palanga

Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir am Ostsee-Strand angekommen. Ein toller Abschluss für unseren Tag. Danach wollten wir eigentlich gemütlich zum Abendessen gehen, nur leider war die Stadt wie ausgestorben. Alle Restaurants waren bereits geschlossen, was wohl daran lag das wir in der Nebensaison hier waren. Wir hatten zum Glück eine Unterkunft mit Küche gebucht und konnten so noch schnell ein paar Dinge fürs Abendessen und Frühstück im Supermarkt organisieren und ein tolles Essen zaubern.

Außerdem fanden wir auch den typischen litauischen Baumkuchen, den wir unbedingt einmal probieren wollten. Den besten Baumkuchen bekommt man aber im Aukstaitija Nationalpark. Für unseren ersten Test, hat dieser kleine aber seine Dienste getan und wir waren mehr oder weniger enttäuscht davon. Naja, war eben die Supermarkt-Version.

Trotzen hatten wir einen sehr schönen gemütlichen Abend in unseren Hotel mit Essen verbracht. Wir übernachteten in einem kleinen Hotel Namens Smilčių Vilos. Für vier Personen war es die perfekte Größe zum übernachten – auch für längere Zeit. Was uns gut gefallen hat, war die Nähe zum Strand.

Zurück nach Lettland über Liepaja

Am nächsten Morgen haben wir unsere Reise wieder in Richtung Lettland fortgesetzt – kurz nach der Grenze hielten wir dann noch im wunderschönen Strand-Ort Liepaja. Obwohl ich in Lettland aufgewachsen bin, war ich noch nie dort, und so wollte ich dieses mal unbedingt die Stadt und den berühmten Strand sehen. Doch bevor man zum Strand kommt sollte man einen Halt an Liepajas Seelandschaft einplanen. Hier führt ein langer Holzweg über den See zu einem Aussichtsturm von dem aus man die Stadt und die Weite des Sees bewundern kann.

 

Im Zentrum der Stadt waren wir dann noch auf einem großen Wochen-Markt auf dem es leckeres Gemüse und frisches Obst zu kaufen gibt. Wir haben dort 3 Kilo Pfifferlinge für den Abend gekauft und diese waren unglaublich lecker. Auf diesem Markt findet jeder etwas für sich und kann nach Herzenslust einkaufen und schlemmen. Im Sommer ist dieser Ort bekannt für seine Festivals am Strand, welcher endlos lang ist. Doch auch in den späteren Monaten kann man hier eine tolle Zeit verbringen und es sich gut gehen lassen.

Wie du schon siehst kann man in 48 Stunden einiges erleben. Mit Freunden oder mit der Familie kann man auf jeden Fall einen schönen Wochenend-Ausflug machen oder einen Spontanen Trip organisieren. Wir sind in diesen beiden Tagen ca. 700 Kilometer mit dem Auto gefahren. Klar bei so einem Trip würde ich auf jeden Fall raten ein Auto zu mieten. Mit dem Bus verliert man auf dieser Reise zu viel Zeit – hat man davon aber genug, dann kann man es natürlich auf diese Art probieren. Falls ihr noch ein paar Tipps für uns habt was man noch sehen sollte in Litauen oder in Liepaja, schreibt uns gerne einen Kommentar.

Categories: Lettland Litauen

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