Einst ein verschlafenes Fischerdorf, heute ein beliebtes Reiseziel für Einheimische und Touristen: Hua Hin liegt nur wenige Stunden von Bangkok entfernt und bietet die perfekte Mischung aus Geschichte, Kultur, Meer und Streetfood. Wir haben viel darüber gehört und erwarteten einen verschlafenen Ort der Rentner magisch anzieht. Ob das was für uns ist? Wir haben schon viele Orte gesehen und auch sehr viel davon in Thailand.
Wir hatten ehrlich gesagt ein bisschen Bammel davor, ob uns Hua Hin in irgendeiner Form abholen würde. Letztlich gehört auch Hua Hin zu Thailand, genau wie Kho Jum, Krabi oder Chiang Mai, nur eben wieder anders, und das macht Thailand aus, diese Vielfalt an kleinen unterschiedlichen Welten in einem Land.

Wie kommt man von Bangkok nach Hua Hin?
Wer von Bangkok nach Hua Hin reist, sollte unbedingt mit dem Zug fahren – am besten in der dritten Klasse. Fenster auf, Wind im Gesicht, Ventilator über dem Kopf – so erlebst du Thailand ganz authentisch und kommst direkt im Zentrum von Hua Hin an.
Wir sind vom neuen Bahnhof in Chatuchak in Richtung Hua Hin gefahren. Die Tickets dafür kannst du online vorab reservieren, oder direkt vor Ort kaufen. Wir empfehlen dir aber die Tickets vorher online (z. B. über 12GoAsia zu besorgen, damit du auf jeden Fall einen Sitzplatz hast und weißt wann du fährst. Denn die Züge können schnell voll sein und dann musst du warten. Abfahrtszeiten kannst du ebenfalls bei 12GoAsia sehen – oder auch einen Bus buchen, wenn du nicht so auf Zugfahren stehst. Preislich und auch Zeitlich ist beides in etwa gleich. Noch luxuriöser sind dann die VIP-Taxis, in denen du allein sitzt. Mit 52 Euro natürlich auch nicht die billigste Variante.
Unsere ersten Eindrücke von Hua Hin bekommen wir am historischen Bahnhof, einem der ältesten und schönsten Bahnhöfe Thailands. Bereits 1911 wurde er eröffnet und diente damals als Haltepunkt für wohlhabende Thailänder, die ihre Sommerresidenz an der Küste bezogen. Besonders bekannt ist der königliche Wartesaal im klassischen Thai-Stil, der einst ausschließlich der Königsfamilie vorbehalten war.
Von hier aus fahren wir mit dem GRAB-Taxi in unsere Unterkunft um am nächsten Tag die Stadt zu erkunden. GRAB ist hier gut vertreten und man kommt überall günstig damit hin, Die Baht Busse sind eine Super-Alternative wenn man länger im Ort ist und genau weiß wo was ist. Für ein paar Cent kann man hier die komplette Strecke von Nord nach Süd und umgekehrt entlangfahren. Einfach reinsetzen, und am Ende bezahlen, meist sind es 15 Baht pro Strecke und Person.

Alte Holzhäuser und der Charme vergangener Tage
Wer durch die Straßen der Altstadt schlendert, entdeckt schnell die alten Holzhäuser von Hua Hin. Viele stammen aus der Zeit, als chinesische und thailändische Händler hier ihre Waren verkauften. Heute beherbergen die Gebäude Cafés, kleine Hotels oder Seafood-Restaurants, die den ursprünglichen Charme der Stadt bewahren.
Ein echtes Highlight ist das Chaolay Seafood Restaurant, eines der ältesten am Meer – perfekt, um den Sonnenuntergang bei frischem Fisch zu genießen.

Die Rentner in Hua Hin
Hua Hin ist neben Pattaya wohl einer der deutschesten Orte in Thailand. Wir haben hier deutsche Rentner getroffen, von denen es hier wirklich viele gibt. Thais, die deutsch sprechen, deutsche Speisekarten und ja, generell auch viel deutsch gehört. Und warum auch nicht, der Ort bietet für einen Rentner all das, was viele in Deutschland nicht mehr finden. Eine gesellige Gemeinschaft, einen regen Austausch, das Gefühl wahrgenommen zu werden und dazu noch die wohltuende Wärme, günstige Lebenshaltungskosten und ja, einfach ein gutes Leben. Wer kann es den Leuten übel nehmen, die hier ihren Lebensabend verbringen. Wir gönnen es jedem der diesen Schritt gewagt hat und es sich erlauben kann.

Die Fischer von Hua Hin
Die Geschichte von Hua Hin ist eng mit der Fischerei verbunden. Noch heute laufen morgens die traditionellen Holzboote mit frischem Fang in den Hafen ein. Doch die moderne Entwicklung verändert das Stadtbild – viele Fischerfamilien müssen sich anpassen oder neue Wege finden.
Ein Spaziergang am Fishing Pier ist ein Muss: Hier kannst du zusehen, wie die Fischer ihre Netze auswerfen oder ihren Fang entladen. Authentischer wird es kaum.

Streetfood und Nachtmärkte – Hua Hin bei Nacht
Kein Besuch in Hua Hin ohne einen Bummel über die Nachtmärkte. Es gibt gleich mehrere – jeder mit eigenem Charakter.
Cicada Market
Der Cicada Market ist eher modern – mit Kunsthandwerk, Live-Musik und internationalen Gerichten. Bezahlt wird hier mit Coupons, ein bisschen touristischer, aber sehenswert. Der Markt scheint für die Touristen aus den umliegenden Hotels geschaffen zu sein, und hat mit einem typischen Nachtmarkt Thailands, nicht mehr viel zu tun. Man merkt das er für ein bestimmtes Publikum angelegt ist.


Tamarind Market
Der Tamarind Market liegt direkt neben dem berühmten Cicada Market und bietet eine entspannte Atmosphäre mit authentischer thailändischer Küche. Hier mischen sich Einheimische und Touristen – perfekt für Streetfood-Liebhaber. Preise sind aber deutlich höher als auf dem nächsten Markt.


Soi 72 und Soi 88 Nachtmärkte
Wer es lokaler mag, besucht den Nachtmarkt in der Soi 72 oder Soi 88 (Baan Khun Por). Dort gibt es echte Thai-Küche, weniger Touristen und günstigere Preise. Unbedingt probieren: frische Kokosnuss, Jackfruit oder Som Tam (Papayasalat) – aber Vorsicht, oft schärfer als gedacht.

Südlich von Hua Hin – der Affenfelsen (Khao Takiab)
Etwas südlich der Stadt liegt der Affenfelsen, auch Khao Takiab genannt. Der Aufstieg dauert nur wenige Minuten – oben erwartet dich eine fantastische Aussicht über das Meer und die Stadt.
Aber Achtung: Der Name ist Programm – überall sind Affen, die gerne mal nach Essen oder glänzenden Dingen greifen. Der Tempel ist über eine lange Treppe mit der Spitze des Berges verbunden. Von hier oben kann man gut über die Region schauen und tolle Sonnenuntergänge genießen. Überall liegen Hunde und Affen und dösen vor sich hin. Wenn abends dann aber die Tempelglocken geschlagen werden, sind alle wieder hellwach, denn dann gibt es auch Futter für die Hunde.


Rajabhakti Park – das Denkmal der Könige
Etwas außerhalb von Hua Hin steht der beeindruckende Rajabhakti Park, auch bekannt als Königsdenkmal von Hua Hin. Sieben riesige Bronzestatuen, jeweils über 14 Meter hoch, ehren die wichtigsten Könige Thailands – von König Ramkhamhaeng bis Rama IX.

Der Park symbolisiert die tiefe Verbundenheit der Thailänder mit ihrer Monarchie und ist ein eindrucksvolles Fotomotiv, besonders im Abendlicht. Wir wurden hier von einem Golf-Wagen angehupt, das uns direkt vor das Denkmal gefahren hat. Mit uns ein paar thailändische Studenten von Boing und anderen Firmen, die sich dann dort in eine Art Gästebuch eintragen durften. Schließlich liefen wir alle gemeinsam zu den Figuren und sahen wie diese im Sonnenlicht glänzten. Schon beeindruckend.
Fazit – lohnt sich Hua Hin?
Unser Fazit: Ja, unbedingt.
Hua Hin ist vielleicht nicht so ursprünglich wie so manche Insel in Thailand, aber die Stadt hat Charme, Geschichte und gutes Essen. Ob entspannter Strandtag, Streetfood-Abenteuer oder kulturelle Erkundung – Hua Hin bietet genug für mehrere Tage.
Wenn du Lust hast, noch mehr vom zentralen Thailand zu entdecken, lohnt sich ein Abstecher in den nahegelegenen Sam Roi Yot Nationalpark – mit Höhlen, Bergen und unberührter Natur. Auch ein bisschen weiter nördlich nach CHA AM, solltest du mal einen Blick werfen.

Tipps für deine Hua Hin Reise
- Anreise: Mit dem Zug von Bangkok (ca. 4 Stunden) – eine schöne und günstige Fahrt.
- Beste Reisezeit: November bis April – sonnig, aber nicht zu heiß.
- Must-Try Food: Seafood auf dem Nachtmarkt, frische Kokosnuss und Mango Sticky Rice.
- Fotospots: Bahnhof, Affenfelsen, Rajabhakti Park und Tamarind Market.
Und Pattaya?
Da wir auch einen kurzen Abstecher nach Pattaya gemacht haben, auch wenn es nur 2 Wochen waren, können wir gut sagen, dass Hua Hin für uns etwas entspannter war. Wenn du dich also entscheiden musst, und es eher ruhiger magst, und kein Bar- oder Nachtleben brauchst, dann ist Hua Hin auf jeden Fall eine gute Wahl.
Nicht das es hier kein Bar- und Nachtleben geben würde, aber es ist nicht so offensichtlich präsent wie in Pattaya. Wo sich fast alles darum dreht. Vor allem mit Kindern oder als Paar, wäre wohl eher Hua Hin zu bevorzugen. Das Postkarten Thailand findest du aber an beiden Orten nicht, wenn du nur in der Stadt bleibst. Aber das ist ein anderes Thema.

Was gibt es um Hua Hin zu sehen?
Bewegst du dich raus aus Hua Hin, wird die Natur dich umhauen, Strände weiter südlich sind wirklich schön und Berge, Seen und Höhlen erwarten dich hier. Allein mit dem Sam Roi Yot Nationalpark hast du soviel zu entdecken das du mehr als einen Tag dort brauchst. Die meisten fahren nur zur Phraya Nhakon Höhle, die auch wirklich wunderschön ist – aber wie gesagt, es gibt hier noch einen Aussichtspunkt, einen Lotus-See, wunderschöne Strände und viel mehr zu sehen. Und das war unser eigentliches Highlight von Hua Hin.
Wir hoffen du hast dort eine tolle Zeit und findest dein Thailand / deinen perfekten Urlaub.

