Wir befragen bekannte Blogger und Reisende zu besonderen Erlebnissen und Erfahrungen in der ganzen Welt und stellen dir hier ein paar der interessantesten Leute vor, die wir unterwegs oder online getroffen haben.

Diesmal geht es mit Ella und Tom um die Welt und nach Griechenland zum Arbeiten, wo die beiden sich ein neues Leben aufbauen möchten. Tom und Ella sind Profis in Sachen Fotografie, geben auf ihrer Website Tipps zum fotografieren und arbeiten aktuell an einem Online-Fotokurs. 

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Stellt euch doch bitte kurz vor

Wir sind Tom (33) und Ella (30), seit 10 Jahren ein Paar und gebürtige Leipziger, die ihre zweite Heimat im blauen-weißen Paradies Griechenland gefunden haben. Dennoch zieht es uns immer wieder raus in die weite Welt. Während unserer 6-monatigen Weltreise 2017 haben wir Südamerika, Australien und Neuseeland erkundet und uns in Tasmanien verliebt. Doch eine Weltreise war uns nicht genug, deshalb sind wir im Juli 2018 schon wieder aufgebrochen und erkunden diesmal Bali, fahren mit einem Camper durchs australische Outback und kehren zurück zu unserem Sehnsuchtsort: Tasmanien. Auf unserem Reise- und Fotografieblog > www.tom-ella-moments.de berichten wir über alle Stationen unserer Weltreise und zeigen unsere Highlights aus 11.000 Foto-Momenten.

Reisedauer 2017: 6 Monate (Jul-Dez) 
Reisedauer 2018: seit Juli 2018 unterwegs

Was hat euch inspiriert zu reisen?

Wir beide waren schon immer reiselustig und haben vor unserer Weltreise viel in Europa erkundet. Aber zwei Bücher haben unsere Entscheidung zur Weltreise stark beeinflusst: Conni Biesalski: „Digital, unabhängig, frei“ und > „Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung“ (von Robert Wringham).

Wie würdet ihr euren Reise-Stil beschreiben?

Wir beide sind Flashpacker (preiswerte, aber komfortable Unterkünfte, wenn es geht immer Doppelzimmer mit Du/WC, sehr gerne Airbnb bei Locals).

Wie hat sich euer Leben durch das Reisen verändert?

Seit unserer Weltreise hat sich unser Leben um 180 Grad geändert. Wir sind nicht nur persönlich gewachsen, sondern haben uns auch beruflich verändert. Unsere alten Jobs als Angestellte bei einem großen Handelskonzern (9 to 5, Großraumbüro) haben wir aufgegeben und uns seit Mai 2018 als Fotografen, Freelancer und Reisejournalisten selbstständig gemacht. Wir sind seit der Weltreise entspannter geworden, gehen mit den täglichen Problemen des Alltags gelassener um und sind dankbar für jeden Moment, den wir gemeinsam genießen können.

Was war euer schönster Moment auf Reisen?

Nur einen Moment auszuwählen ist gar nicht so einfach, da wir mehrere Gänsehaut-Momente hatten. Einer davon war an der Laguna Colorada in Bolivien, da kamen uns beiden die Tränen, weil wir einfach nicht fassen konnten, was Mutter Natur da geschaffen hat. Ähnlich erging es uns auf dem Mount Amos in Tasmanien als wir zum ersten Mal auf die Wineglass Bay blickten. In Ecuador sind wir am Morgen in unserer Hacienda aufgewacht und schauten direkt auf den Vulkan Cotopaxi, ein unvergesslicher Augenblick.

Was war das Schlimmste was euch bisher auf Reisen passiert ist?

Gott sei Dank ist uns bisher nichts wirklich Dramatisches widerfahren. In Tasmanien sind wir einmal des Nachts in den Cradle Mountain Nationalpark mit dem Auto hineingefahren, um den Sternenhimmel zu fotografieren. Die Zivilisation war etwa 8 Kilometer entfernt. Wir haben mitten im Nationalpark auf einem Parkplatz angehalten und sind zum Bootshaus am Dove Lake hinuntergelaufen. Als wir zurückkamen haben wir uns gewundert warum da ein Licht brennt. Es war das Scheinwerferlicht unseres Mietwagens, was nur noch flackerte. Batterie leer, Auto sprang nicht mehr an. Unterkunft 40 km entfernt, nächstes Hotel 8 km.

Zum Glück waren noch ein paar Locals vor Ort, nur hatte leider keiner ein Starterkabel. Anschieben ging nicht da Automatik. Nach einer Stunde und ganz lange Sternenhimmel gucken, kam dann die Rettung von einem Tassie, der ein Kabel im Kofferraum hatte. Die Einheimischen haben sich rührend um uns gekümmert und uns geholfen. Das Auto sprang wieder an und letztendlich war es für uns ein unvergesslicher Moment, den wir uns noch Jahre erzählen werden. 

Welcher Mensch hat euch auf eurer Reise am meisten beeindruckt?

Es waren eher die kleinen Momente und Begegnungen mit einigen Menschen, die sehr bewegend waren und uns nachdenklich gemacht haben. Wir hatten einige tiefgründige Gespräche mit Locals abends bei einem Glas Wein auf dem Sofa. Wir sind so vielen Menschen begegnet, die auch unter schwierigen Bedingungen das Leben stets gemeistert haben und immer wieder neue Wege gefunden haben sich selbst neu zu erfinden. Die Worte von einem bolivianischen Guide namens Viktor, “Everything has a solution in life” waren für uns ein Stück weit lebensverändernd im positiven Sinne.

Wie finanziert ihr eure Reise?

Wir haben auf unsere Weltreise 2017 gespart und dann von den kompletten Ersparnissen die Weltreise finanziert. Unsere aktuelle Reise finanzieren wir uns durch Einnahmen aus unserer Selbstständigkeit und Rücklagen, die wir in den letzten Monaten bilden konnten. Außerdem bekommen wir von der Arbeitsagentur einen Gründungszuschuss, der uns vor allem jetzt in der Startphase sehr unterstützt.

Was ist euer absoluter Lieblingsort – und warum gerade dieser?

Griechenland. Unsere zweite Heimat, hier fühlen wir uns zuhause. Wir lieben die Kultur, die Menschen, das Klima und dass man spät abends bei leckerer Meze und einem Glas Wein noch in der Taverne sitzen kann. Auf unserer Weltreise war es Tasmanien, ein Fleckchen am Ende der Welt, das uns verzaubert hat. Einzigartige Natur, unglaublich herzliche Menschen und ein Gefühl angekommen zu sein.

Könntest du dir vorstellen im Ausland zu leben?

ja, ja, ja! Griechenland, und nur da. Weil einfach alle Faktoren Stimmen, die man sich wünschen kann um ein glückliches, einfaches und dennoch erfülltes Leben zu führen

Was hat euch am meisten überrascht?

Dass die Welt ein friedlicher Ort ist, in dem die meisten Menschen glücklich und in Harmonie zusammen leben und nur ein paar wenige Menschen das Gleichgewicht stören. Die Herzlichkeit der Menschen vor allem in Australien war für uns einzigartig.

Worauf seid ihr besonders stolz?

Dass wir unsere Komfortzone verlassen haben, den Mut hatten unsere Jobs zu kündigen, unsere Wohnung aufzugeben und (fast) alles zu verkaufen um den Traum einer Weltreise zu realisieren

Erzählt von eurem witzigsten Sprachbarriere-Moment.

Tom wollte mittel Google Übersetzer dem peruanischen Taxifahrer sagen, dass aktuell sehr viel Verkehr ist, da wir im Stau standen. Der Übersetzer zeigte im Spanischen jedoch an: „It‘s a lot of marmelade“ – worauf der Taxifahrer in schallendes Gelächter ausbrach.

Der coolste Ort an dem ihr übernachtet habt.

Zwei Nächte haben wir auf einer schwimmenden Schilfinsel der Uros auf dem Titicacasee in Peru verbracht. In der Nacht wurde es bitterkalt, aber die 6 Bettlaken und improvisierten Wärmflaschen haben uns gewärmt. In Neuseeland haben wir vier Nächte in einer Yurte mit Außenbadewanne und Plumps-Klo übernachtet, ein einmaliges Erlebnis!

Was habt ihr auf der Reise gelernt?

Wir haben gelernt gelassener mit schwierigen Situationen umzugehen und dass es, egal wie verzweifelt die Situation sein mag, immer eine Lösung gibt. 

Wo seid ihr nächstes Jahr um diese Zeit?

In Griechenland. Wir wissen nicht was wir bis dahin machen, wie wir uns dann genau finanzieren, ob wir zu zweit sind oder zu dritt, keine Ahnung. Aber wir sind in Griechenland.

Das verrückteste das Ihr auf eurer Reise getan oder erlebt habt?

Grenzwertig waren definitiv die Busfahrten in Ecuador: Rasende Busfahrer in klapprigen Fahrzeugen, Gerüche im Inneren des Busses, die man nicht beschreiben kann. Speedboot fahren auf Galapagos war leicht lebensgefährlich, wir sahen uns schon ans Ufer schwimmen, aber wir haben überlebt.

Was waren die Herausforderungen und Gefühle nach der Rückreise?

Eine große Herausforderung war der Schritt in die Selbstständigkeit. Wir haben einen Businessplan geschrieben und uns um den Gründungszuschuss beworben. Mit dieser Neuorientierung kam nicht jeder in unserer Familie klar. Es war nicht leicht zu akzeptieren, dass mancher unseren neuen Lebensstil nicht unterstützt. Und am Ende blieb die Frage: Wer hat sich mehr verändert? Wir, die verreist sind oder die Leute daheim..

Vielen Dank für eure Antworten und viel Spaß auf eurer weiteren Reise wünschen euch Santa und Daniel

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