Wenn ihr schon einmal nach Bangkok kommt und etwas Zeit habt, dann solltet ihr auch unbedingt einen kleinen Abstecher nach Ayutthaya einplanen. Wie lange ihr bleibt ist natürlich eine Frage der Zeit und des Budgets, wir würden euch jedoch 2 Tage mindestens empfehlen. Es gibt zwar Tagestouren von Bangkok nach Ayutthaya – diese sind aber meistens sehr straff geplant und lassen dir kaum Zeit alles in Ruhe anzuschauen oder vernünftige Fotos zu machen.

Nur der eigene Trip ist hipp

Plane diesen Trip daher lieber auf eigene Faust. Wirklich schwer ist dies nicht, da die Stadt nur gute 2 Stunden von Bangkok entfernt ist. Nimm den Zug für maximal 20 Baht und erkunde Ayutthaya mit dem Rad auf eigene Faust. Wir selbst waren 5 Tage dort, was etwas zu lang war, aber da es an einem Tag fast nur geregnet hat konnten wir diesen Extra-Tag noch gut gebrauchen. Bei der Tages-Tour wirst du auch bei Regen durch die Tempel-Anlagen gescheucht.

Ankommen in Ayutthaya

In Bangkok haben wir den Zug in letzter Minute gebucht und sind schnell eingestiegen. Die Vorfreude auf die dritte Klasse voller Locals, hat uns ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Die Besten Plätze waren alle schon besetzt, so das wir nur noch wählen konnten zwischen:

A.)
einem Platz direkt neben dem Klo oder
B.) oh – gerade wurde auch dieser Platz besetzt

Naja, bleibt nur noch der am Klo. Leider funktioniert ausgerechnet an diesem Platz der Ventilator nicht und das bei gefühlten 40 Grad. Wenigstens war unser Fenster kaputt, so das es einen kühlen Luftzug von außen gab. Anfänger-Glück.

Die Fahrt dauerte knapp 2 Stunden. Der Bahnhof befindet sich auf der Ost-Seite des Flusses. Wenn du also ein Hotel oder Hostel in der Altstadt gebucht hast, dann musst du erst einmal über diesen Fluss. Dies geht am einfachsten mit der Fähre für 5 Baht und dauert ca. 5 bis 10 Minuten. Ein TukTuk kostet ca. 150 Baht. Mit Hilfe des GPS sind wir dann 20 Minuten zu unserem Hostel – dem “Stockhome” gelaufen.

Unser Hostel – das “Stockhome”

Das erste mal in einem Hostel – was sollen wir sagen – zum Übernachten war es ok – aber man ist besser viel unterwegs und weniger oft im Hostel. Direkt unter unserem Zimmer war eine Bar – mit Livemusik – jeden Abend. Der Besitzer des Hostels meinte einmal zu uns – FREE ENTRY FOR YOOUUU MY FRIENDS – wir dachten – HÄ? Wir hören es doch eh – ob wir wollen oder nicht. An diesem Abend spielte eine japanische Version von Rammstein – in Schlechter.

Was uns sehr gut gefallen hat, war die Lage. 7/11 war nur 2 Minuten entfernt. So konnte man sich wichtige Dinge (Wieso gibt es in Hostels immer diesen chronischen Mangel an Toiletten-Papier?) dort selbst besorgen. Wir konnten vieles zu Fuß erreichen und brauchten kein Fahrrad zu mieten. Einige Bewohner kamen nur für einen Tag um dann mit dem Fahrrad wie die Irren durch die Tempel zu düsen. Geht natürlich auch aber wir haben ja etwas mehr Zeit eingeplant.

Eat and Meet

Unser Abendessen haben wir mit einem Paar aus Kalifornien genossen. Die Beiden haben wir beim Essen kennengelernt und auch später noch einen tollen Abend an der Bar in unserem Hostel verbracht. Das Restaurant “Burinda” wurde auch gleichzeitig unsere Lieblings-Location. Es war dort extrem lecker und das ganze für kleines Geld. Wir konnten mit dem Besitzer etwas Thai lernen und planten die nächsten Tage mit den beiden Kaliforniern.

Verfolgt vom TukTuk Fahrer

An einem der nächsten Morgen – wir waren gerade auf dem Weg zum Hostel der Ammis – hupt es hinter uns – klar, ein TukTuk-Fahrer. Meistens wird man die Jungs mit einem “NO NO” oder einer winkenden Handbewegung los. Doch dieser hier war mit allen Wassern gewaschen. Two Hour Tour – cheap cheap – all Temples – good price. Wir hatten aber ein Date mit dem Paar aus Kalifornien – also erst mal abwimmeln.

Doch als wir gerade gehen wollten, zog der Fahrer seinen Joker aus dem Ärmel – eine Art Gästebuch, in dem sich seine Kunden bei ihm in Landessprache bedankten – und so zeigte er uns eine Seite aus dem Jahr 1996 – geschrieben von Fritz und Gisela aus Heilbronn – die sich überschwänglich positiv über den angebotenen Service ausließen und den Tuk-Tuk-Lenker eigentlich am liebsten adoptiert hätten, wäre da nicht das Rückflugticket im Weg gewesen. Tja nu.

Wir gingen weiter unserem Plan nach – und schlenderten durch die Straßen. Wir hatten den Beiden gerade von unserem Zusammentreffen der merkwürdigen Art berichtet, da hupt es wieder und wer grinst uns aus seinem lila Geschoss an? RÜSCHTÜÜÜSCH – der Adoptiv-Sohn von Fritz und Gisela. Diesmal haben wir ein noch “cheaperes” Angebot erhalten – doch wir mussten wieder “Nein” sagen, da wir noch nichts gegessen hatten.

Wir kauften irgendwo ein paar Bananen und waren kaum fertig, da hupt es schon wieder – und TukTuk Thorsten winkte uns freundlich zu. Ihm selbst muss es auch komisch vorgekommen sein, denn er lachte dabei jedes Mal etwas irre. Wir wussten alle – dies kann ein sehr sehr langer Tag werden – aber wir würden ihn SO oder SO mit TukTuk Thorsten beenden. Er wusste es – wir wussten es. Es war eine Art thailändische Version eines Duells auf offener Straße. Aber er hatte die besseren Waffen – ein TukTuk und seine Straßenkenntnis. Egal wo wir abgebogen sind, er war schon da – egal wie lange wir uns irgendwo versteckten, er wartete bis wir wieder raus kamen.

OK OK – DU HAST GEWONNEN! Wir handelten also einen Preis aus und stiegen in das runtergekommene Etwas – wie Schlachtvieh ließen wir uns resigniert durch die 40 Grad kutschieren und uns von Tempel zu Tempel bringen. Mal gab er uns 20 Minuten Zeit – mal weniger und wehe du kommst zu spät – dann wird´s teurer. Er hat ja schließlich besseres zu tun als auf dich zu warten. ALS OB! Wir beendeten den Tag und waren froh das wir nun endlich wieder frei waren. Aber hey…. lustig war´s allemal. Hier ein paar Bilder der Tempel die wir dabei gesehen haben:

Phra Mongkol Bophit

Wat Phra Sri Sanphet

WatPhra Ram

Wat Ratchaburana

Wat Mahathat

Wat Yai Chai Mongkon

Langweiliger Regentag

Klar auch im Paradies regnet es mal – und wenn dann richtig – nicht so ein Kindergarten-Getröpfel wie in Deutschland – neee, hier knallt es richtig runter. Wir sind noch in der Regensaison unterwegs, deswegen weiß man nie genau wie das so ist mit dem Regen – Sicher ist nur – irgendwann wird es an diesem Tag regnen nur wann? Manchmal regnet es mal kurz oder eben auch den ganzen Tag durch. Nach den heißen Tagen fanden wir ein bisschen Abkühlung aber ganz gut. Dieses eine mal saßen wir gerade in einem Cafe und es begann zu schütten. Wir warteten die übliche halbe Stunde ab – doch es lief einfach weiter – also mussten wir durch überflutete Straßen zu unserem Hostel zurück. Schuhe nass – Klamotten nass – wir – nass. Wir blieben dann erstmal im Hostel und arbeiteten etwas – das heißt wir haben geschlafen – klingt aber nicht so toll.

Was macht man wenn es nicht regnet in Ayutthaya?

Außer Tempelanlagen hat Ayutthaya nicht viel zu bieten – der ganze Ort ist eher auf Tagestouristen ausgelegt und nicht auf Dauergäste. Dies merkt man immer wieder und so sind die wenigen Nicht-Tempel-Attraktionen auch eher Fake als wirklich sehenswerte Alternativen.

Nachtmarkt

Dieser ist hier super. Leckeres und auch sehr günstiges Essen. Wir haben uns hier öfter am Abend was zum Essen geholt. Vom leckeren Sushi bis zum Bananen-Pfannkuchen. Klar kann man hier auch Insekten für sehr kleines Geld essen. Und natürlich dürfen auch die leckerne Shakes nicht fehlen – unser Liebling – der Wassermelonen-Shake.

Restaurants und Cafés

Es gibt hier zwar einige davon, aber so richtig glücklich waren wir nur auf dem Markt und in unserem Lieblings-Lokal “Burinda”. Meistens bezahlt man in den Restaurants das doppelte als auf dem Markt und bekommt kleinere Portionen und wenn man etwas leckeres gefunden hat, wo man sich wohl fühlt, spricht doch nichts dagegen diesen Ort mehrmals zu besuchen.

Floating Market

Diesen haben wir nicht gemacht, weil es eine Touristen-Abzocke ist und nichts mit einem echten Floating-Markt zu tun hat. Man zahlt hier für eine Art Theater-Stück bei dem die “Boote” am Grund angenagelt sind und sich kein Stück bewegen können. Hier floatet gar nix – außer das Geld der Touristen in die Taschen der Zirkus-Betreiber.

Zu Fuß durch die Tempel

Die Sonne scheint und es ist der perfekte Tag die Tempel im Zentrum der Altstadt zu besichtigen. Ohne Tuk Tuk und Rad. Unser Ziel war der liegende Buddha auf der anderen Seite der Stadt und auf der Karte sieht es auch nicht so weit aus. Es war dann aber doch ein Stück weiter als gedacht – auf dem Weg dahin kamen wir noch an einem verlassenen Tempel vorbei in dem nur ein einsamer und fast verdursteter Hund in der Sonne lag.

 

Wir haben dann unser Wasser in eine Schale gegossen und es dem armen Kerl hingestellt. Er war total dankbar und man sah es ihm an. Hunde werden hier eher selten als Haustiere gehalten und leben oft einfach auf der Straße und werden auch nicht wirklich gut behandelt. Es ist traurig so etwas zu sehen.

Wat Thammikarat

Die Kinder vom Wat Lokayasuttharam

Am Ziel angekommen haben wir uns erstmal hingesetzt um den großen Budda zu bewundern auch wenn er kleiner ist als der im Wat Pho in Bangkok, ist er doch sehr beeindruckend. Wir saßen nicht lange, da kamen zwei Kinder auf uns zu und begannen mit uns zu spielen und uns mit weißem Puder zu bemalen. Später verstanden wir, das dies kein Zufall sein sollte sondern eine Masche war, um uns Geld aus den Taschen zu leiern. Der Vater der beiden schickte diese vor um uns später etwas verkaufen zu wollen. Netter Versuch – wir sagten ihm das er sehr tolle Kinder hat und sind dann gegangen.

Auf dem Rückweg sind wir noch durch weitere Tempel und so langsam fühlten wir uns “templed out”. Am Ende kamen wir noch an einer Elefanten-Attraktion vorbei, vor der wir euch warnen möchten. Was auf den Bildern vielleicht sehr schön aussieht ist für die armen Tiere eine Quälerei und zwar seit diese jung sind. Versucht solche “Attraktionen” zu meiden.

Weiter geht´s nach Sukhothai

Unser Hauptziel war eigentlich Chiang Mai, aber auf dem Weg dahin wollten wir noch einen Stopp in Sukhothai einlegen. Also buchten wir in einem kleinen Reisebüro unsere Tickets für den Bus. Der Zug hält nicht direkt in Sukhothai und man muss nach Pitsanolok fahren um dann von da aus einen Bus zu nehmen, also kann man auch gleich mit dem Bus fahren. Man kann den Bus auch ohne Reisebüro buchen, muss sich dann aber selbst zum Busbahnhof bewegen. Eigentlich kein Problem und sicher um einiges billiger. Aber wir reden hier vielleicht von 5 Euro Unterschied – wir haben es dein Ticket-Verkäufern nicht übel genommen einen kleinen Gewinn bei der Sache einzustreichen.

Uns hat Ayutthaya sehr gut gefallen und wir würden euch auch empfehlen mal einen Abstecher dahin zu machen. Die alten Tempel hier sind etwas besonderes und ganz anders als die in Bangkok.

Wie die Weiterfahrt nach Sukhothai war und was wir so während der Fahrt erlebt haben, erfährst du im nächsten Beitrag.

Categories: Ayutthaya Thailand

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