Während unseres Aufenthalts in Nong Khiaw haben wir im Rahmen einer kleinen Kajak Tour dieses kleine Dorf entdeckt. Wir stiegen hastig auf den örtlichen Viewpoint und waren uns schnell sicher, das dies ein Ort ist, an den wir auf jeden Fall noch einmal kommen wollen. Gesagt getan. Schon einige Tage später waren wir wieder einmal mit einem kleinen Boot auf dem Nam Ou Fluss unterwegs.


Während der einstündigen Fahrt bemerken wieder einmal wie unfassbar schön diese Gegend ist. Die Berge werden immer höher und der Fluss schlängelt sich sanft um sie herum. Am Ufer baden Wasserbüffel und Kinder. Unser Boot knattert durch die Ruhe dieser Idylle hinweg immer weiter den Fluss hinauf. Nur ein paar Backpacker und Einheimische begleiten uns auf dieser Reise in den Norden Laos. Hätte uns jemand vorher gesagt, dass wir ganze 8 Tage hier bleiben würden, wir hätten ihn für verrückt erklärt – was soll man bitte so lange an einem Ort der nur aus einer staubigen Straße und ein paar Holzhütten besteht?

Als wir hier ankommen werden wir direkt von einem Hostelbesitzer angesprochen der kleine Häuser direkt am Ufer und in Hafennähe besitzt – für die erste Nacht sollte dies sicher reichen. Wir sind aber überrascht vom Preis und den tollen Bungalows und verlängern direkt am selben Tag um noch eine Nacht. Wir entspannen in der Hängematte auf unserer Terrasse und genießen den Blick auf die Berge und den Fluss direkt vor uns. Es gibt keine Zeitrechnung mehr aber wir tanken eine Menge Energie.

Beachte das es hier keine Geldautomaten gibt, du solltest also genügend Geld mitbringen. Die Hauptstraße im Dorf erinnerte uns an einen alten Western und wir warteten eigentlich nur darauf das irgendein Cowboy uns zum Duell herausfordert. Zum Glück ist dies nicht passiert und wir haben die Leute hier fast alle persönlich kennengelernt. Von der wohlhabenden Hotel- und Restaurantbesitzerin über die von den Steuereintreibern geplagte Eigentümerin und Köchin eines anderen Restaurants. Einen deutschen Auswanderer, der mit seiner Familie hier lebt und einen alten Mann der sich mit kleinen Näharbeiten etwas dazu verdient und natürlich viele lachende Kinder. Während unserer 8 Tage hier lernten wir auch die Verknüpfungen zwischen dieser Personen kennen und landeten durch das Kennenlernen des Einen im Haus des Anderen. Völlig verrückt und irgendwann war es dann Zeit zu gehen.

Laos während des Vietnamkriegs

Nirgends wurden im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Bomben abgeworfen als in Laos. In einem Zeitraum von neun Jahren flogen die US-Streitkräfte in den 1960er- und 70er Jahren 580.000 Einsätze und warfen 270 Millionen Streubomben über Laos ab, davon rund 30 % Blindgänger. Dies gilt auch für diesen Ort und du solltest auf dich auf keinen Fall abseits der Wege oder durch wild bewachsenes Gebiet bewegen.

Was du in Muang Ngoi erleben kannst

Obwohl oder gerade weil es hier so beschaulich zugeht, kannst du eine Menge unternehmen und erleben. Wir trafen aber einen japanischen Geschäftsmann, der seit Jahren an diesen Ort kommt und nichts außer Ruhe sucht. Mit einem Buch entspannt in der Hängematte liegen und die Natur auf sich wirken lassen war alles was er wollte. Dennoch solltest du versuchen die Umgebung etwas zu erkunden, denn diese hat einiges an WOW-Effekt zu bieten:

Kayak mieten

Eigentlich alle Hostels und Unterkünfte vermieten dir ein Kajak. Die meisten werden aber wohl beim schwedisch geführten Restaurant Phetdavanh buchen. Diese Familie hat den Ort ganz gut im Griff und bietet dir vom Frühstück über Schlafplätze, Mountainbikes und Wäscheservice alles an was du dir vorstellen kannst. Mit dem Kajak kannst du wunderbar die umliegenden Ufer erkunden und dich einfach treiben lassen. Bedenke aber immer die Strömung, denn irgendwie musst du auch wieder zurückkommen.

Tham Kang Cave und das Dorf Ban Na besuchen

Willst du das ca. 5 Kilometer entfernte Dorf Ban Na besuchen, dann kommst du auch an der kleinen Höhle Tham Kang vorbei. Hier werden 10.000 KIP Eintritt verlangt und du kannst in dir die kleine Höhle etwas genauer anschauen. Das Dorf liegt dann noch etwa 3 Kilometer weiter weg. Hier ist alles nochmal eine Spur älter und man führt sich in die Steinzeit versetzt. Kühe und Schweine laufen überall frei umher es gibt eine kleine Schule und sonst nur viele Holzhütten. Wir halfen einer alten Frau Holz in ihre Hütte zu tragen und konnten so einen Blick hineinwerfen. Und obwohl diese Menschen nichts besitzen oder verkaufen, haben sie uns immer freundlich gegrüßt und bis über beide Ohren gelächelt.

View Point besteigen

Es gibt auch hier wieder einige Aussichtspunkte und der größte ist sicherlich der hinter dem Tempel am Ende der Straße. Dieser ist auf dem Grundstück eines Bauern, der zuvor die Blindgänger aus dem Vietnamkrieg entfernen musste, um den Weg nach oben begehbar zu machen. Natürlich kostet auch dieser Viewpoint wieder Eintritt und ihr müsst euch in einem Gästebuch eintragen. Dort seht ihr auch schnell ob andere Besucher vor euch auf dem Berg sind. Wir waren damals zweimal auf diesem Berg und jedes Mal allein. Ein paar Blutegel und Trichternetzspinnen waren die einzigen Quälgeister die wir fanden. Vor den Blutegeln solltet ihr euch etwas schützen, da diese sehr unangenehm sind. Eine Limette oder Zitrone mitnehmen und falls ihr gebissen werdet einfach auf den Blutegel tropfen um ihn loszuwerden. Auf keinen Fall einfach abreißen.

Tempel besuchen

Wenn ihr noch nicht genug Tempel auf eurer Reise nach Laos gesehen habt, dann könnt ihr hier nochmal etwas nachholen. Morgens findet auch das übliche Ritual der Opfergaben an die Mönche in den Straßen des Ortes statt. Dafür müsst ihr allerdings etwas früher aufstehen, da dies schon ab 6 Uhr beginnt.

Wasserfall als Tour

Es gibt auch einen tollen Wasserfall, allerdings werdet ihr dafür die Hilfe eines Tourguides und eines Bootes benötigen. Bucht daher besser gleich eine Tour und ihr habt auch noch ein Mittagessen mit drin. Der Wasserfall an sich ist etwas Flussabwärts und mit ein paar Holzschildern markiert, dennoch sind die schmalen Wege schnell zu verwechseln und nicht leicht zu finden. Auf keinen Fall solltet ihr anfangen allein durchs Gras zu stolpern, da es hier wie gesagt immer noch eine Menge Blindgänger aus dem Vietnamkrieg gibt. Das Becken unterhalb des Wasserfalls ist saukalt und zu klein zum Schwimmen. Dennoch lohnt sich eine Wanderung an diesen Ort.

Warum wir dir abraten nach Muang Ngoi zu reisen

Dieser Ort ist so klein und ursprünglich, dass er keine großen Massen an Touristen vertragen kann. Es gibt kaum Strom und alle Lebensmittel müssen per Boot hergeschafft werden. Sollten morgen 1000 Reisegruppen in diesen Ort einfallen, dann wird hier kein Stein auf dem anderen bleiben. Die Menschen hier sind extrem nett und es gibt eine Menge kleiner Hundewelpen. Die Sonnen-Auf- und Untergänge sind bildschön, das Essen lecker und die Idylle einmalig. Falls dich diese Dinge interessieren bist du hier zwar genau richtig und wer kann es dir übel nehmen diesen Ort besuchen zu wollen, doch wenn du es schon unbedingt tun musst, dann sag es nicht weiter ok? 🙂

Unterkünfte in Mong Ngoi




Für uns ging es danach weiter Richtung Norden nach Mong Khua, um von da aus über die Grenze nach Vietnam zu fahren.

Viel Spaß wünschen dir

Santa und Daniel

Categories: Laos

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