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Auf der Mecklenburgischen Seenplatte – mit dem Kanadier unterwegs.

5 min read

Die Mecklenburgische Seenplatte ist ein riesiges Naturparadies das du mit dem Kanu, Kanadier oder einem Hausboot auf eigene Faust erkunden kannst. Dabei hast du die Wahl der Qual welche Seen, Routen und Ziele du ansteuern möchtest. Wir geben dir in diesem Beitrag ein paar Tipps zu Routen, Ausrüstung und woran du sonst so denken solltest.

Die Umgebung

Die Mecklenburgische Seenplatte ist ca. 5470 km² groß und bietet mit seinen über 1100 Seen genug Spielraum für dein eigenes Abenteuer mitten in der Natur. An vielen Orten denkt man – “oh das könnte auch Schweden oder Kanada sein”. Um dem Ganzen etwas Struktur zu geben, gibt es bekannte Touren, mit denen sich leicht mehrere Seen miteinander verbinden lassen.

Die Touren

Die bekannteste ist wohl die 10-Seen-Tour. Diese dauert allerdings bis zu 7 Tage und dafür sollte man schon etwas mehr Zeit und Kraft einplanen. Wer erstmal nur reinschnuppern möchte, sollte eine Tagestour machen und sich dann erstmal selbst fragen – kann ich mir das länger vorstellen oder reicht mir ein Tag? Warum? Dazu später mehr.

Das Boot

Um diese Touren zu bewältigen hast du die Wahl zwischen einem Kanu, einem Kanadier oder etwas luxuriöser, einem Hausboot. Je nachdem wie lang du deine Tour planst, ist es sinnvoll sich für das eine oder andere zu entscheiden. In einen Kanadier bekommt man deutlich mehr Gepäck und Ausrüstung. Im Kanu muss man sich da schon etwas einschränken. Bei einem Hausboot hat man Küche und Bett immer dabei und kann natürlich auch auf die komplette Camping-Ausrüstung verzichten.

Wir sind mit dem Kanadier unterwegs gewesen und würden das wohl nicht nochmal so machen. Man ist extrem anfällig für Wind und sobald man etwas Wellen oder Wind abbekommt wird aus dem entspannten Boot fahren harte Arbeit – und falls man kurz mal Pause macht, ist man fix wieder da wo man gestartet ist. Außerdem ist solch ein Kanadier ein Team-Boot und allein sehr schwer zu steuern. Wenn also euer Partner mal keine Lust oder Kraft mehr hat, wirds schwer noch wirklich voranzukommen.

Achtung, auf einigen Strecken musst du das Boot auch ein paar Meter umtragen können, um von einem See zum anderen zu kommen – ein Kajak ist etwas leichter als ein Kanadier.

Die Unterkünfte

Das Wort “Unterkünfte” ist vielleicht etwas hochgestochen gewählt – denn auf den “normalen” Touren wirst du wohl mit deinem Zelt, Schlafsack, Iso-Matte und Gaskocher unterwegs sein. Auf deiner Tour über die 10 Seen finden sich viele Natur-Campingplätze, auf denen du immer einen Platz für eine Nacht findest. Du musst also keine Angst haben irgendwo abgelehnt zu werden wegen Überfüllung oder irgendwas vorher reservieren, Spontanität wird hier unterstützt. Auch für eine Pause kannst du dein Boot an vielen Stellen aus dem Wasser ziehen und dir etwas Warmes zu Essen zubereiten.

Falls du nicht so auf Camping stehst, gibt es natürlich auch Ferienwohnungen oder Häuser zu mieten. Du kannst dann einfach zum Bootsverleih fahren und das Boot für einige Tage mieten und in die eine oder andere Richtung fahren. Da es im Nationalpark und in der Umgebung nicht so viele Ferienhäuser gibt musst du rechtzeitig alles vorher buchen, bekommst dafür aber auch entsprechend viel Komfort geboten.

Ausrüstung

  • Zelt
  • Campingkocher
  • Isomatte
  • Schlafsack
  • Hängematte
  • Drybag

Unsere Tour

Wir haben uns dazu entschieden erstmal mit einer Tagestour zu starten. Der Grund dafür ist ganz einfach, wir sind noch nie mit einem Kanadier gefahren, und das Wetter war recht unbeständig. Außerdem wollten wir unser Zelt nicht täglich Auf- und abbauen. Zum Testen war es ganz cool und eigentlich die richtige Entscheidung.

Erster Tipp: Versuch deine Tour mit dem Wind zu planen. Wir sind gegen den Wind angefahren und vor allem mittig im See wird es richtig schwer. In den Kanälen zwischen den Seen ist es meist windstill und natürlich leichter zu paddeln. Frag vorher also nach der besten Route und welche Richtung du fahren solltest, vor allem bei längeren Touren solltest du deine Kräfte und Laune nicht am ersten Tag aufbrauchen.

Zur Übernachtung haben wir unser Lager im Naturcampingplatz des Bibercamp aufgeschlagen. Der Platz dort ist wirklich auf das wesentlichste reduziert, bietet aber alles, was du für deine Kanu-Touren benötigst. Einen Kanadier bekommst du für 30 Euro am Tag, mietest du länger wird es etwas günstiger. Dazu erhältst du außer den Paddeln noch Schwimmwesten und einen Drybag sowie ein wasserdichtes Gefäß für dein Handy.

Unser erster Kontakt mit dem Boot war etwas holprig und wir mussten uns erstmal an das Zusammenspiel gewöhnen. Einer sitzt hinten und lenkt – der Vordermann gibt Gas und schiebt das Boot durchs Wasser. Dennoch muss man sich erst einmal an diese simple klingende Methode gewöhnen, denn es ist doch komplizierter als es sich anhört. So fährt man einige Minuten Slalom, oder im Kreis bis es dann endlich mal richtig vorwärtsgeht.

Wir bekamen direkt den Wind ins Gesicht getrieben und mussten bis zum ersten Kanal ordentlich Kraft aufwenden. Als wir diesen dann endlich erreicht haben wurde es ruhig und total schön. Überall schwammen Wasserrosen und die Natur zeigte sich von ihrer schönsten Seite.

Blau: unsere geplante Strecke – Gelb: unsere gefahrene Strecke

Gestartet sind wir vom Bibercamp auf dem “Labusee” in Richtung Dollbekkanal der uns in den Gobenowsee brachte. Eigentlich wollten wir dann durch den Drosedower Bek-Kanal auf den Rätzesee, um dann durch den Oberbek-Kanal die Tour wieder im Bibercamp zu beenden. Der Wind und unsere Navigationskünste sorgten aber dafür das wir auf halbem Wege wieder umkehrten und am Abend völlig erschöpft wieder im Bibercamp ankamen, ohne die ganze Runde zu beenden. Schön war es aber trotzdem und letztendlich sieht es doch fast überall ähnlich aus. Nach 12 Kilometern hatten wir dann aber auch erstmal genug vom paddeln und würden das nächste Mal wieder ein Kanu nehmen statt eines Kanadiers.

Wir hoffen du findest für dich ein paar Tipps und Ideen was du hier alles erleben kannst und würden uns über weitere Anregungen in den Kommentaren freuen.

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